Seltsame Weihnachten

Seltsame Weihnachten

Von: Antonia, Alter: 9

Es war der 23. Dezember, einen Tag vor Weihnachten. Pia und Tom spielten draußen im Schnee. Die beiden Geschwister freuten sich schon auf den Nachmittag, denn da wollten sie mit ihrer Mutter Plätzchen backen, den Tannenbaum schmücken und Weihnachtsgeschenke basteln. Doch eine Sache fanden sie doof und zwar war es jedes Jahr das Gleiche. Pia sagte zu ihrem Bruder: „Ich wünschte, dieses Jahr würde etwas Seltsames geschehen!“ Etwas später rief ihre Mutter sie rein: „Pia, Tom, kommt rein wir wollen doch Plätzchen backen.“ „Ja, wir kommen!“, riefen die Geschwister wie aus einem Mund und rannten los. Als sie sich die Schuhe und Jacken ausgezogen hatten, ging es endlich los mit dem Plätzchen backen. Tom holte das Mehl, doch blöderweise war der Behälter nicht richtig verschlossen und so geschah es. Ein Windhauch kam und das ganze Mehl verteilte sich in der Küche. Ihre Mutter holte einen Lappen und sofort schrubbten alle den Boden. Danach war er blitzeblank und sie starteten einen neuen Versuch. „So jetzt sind wir mit dem Teig fertig und wir können ihn in den Kühlschrank tun!“, meinte Pia wenig später. Tom ergänzte: „Dann können wir gleich Ausstecher machen! Juhuu!“ 10 Minuten später sagte Pia: „So, jetzt müsste der Teig kalt genug sein“. Ihre Mutter wollte gerade den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, da erschrak sie. „Was ist?“, fragte Tom seine Mutter. „Der Teig ist weg“, stammelte sie. „Was!!!!“, riefen die Geschwister fassungslos. „Och nö. Das kann doch gar nicht sein. Wo ist er hin? Jetzt habe ich keine Lust mehr!“, schimpfte Tom. „Vielleicht war das ein Weihnachtskobold, ich habe nämlich ein Buch über Weihnachtskobolde gelesen“, rief Pia stolz. „Ach was, es gibt keine Kobolde und schon gar keine Weihnachtskobolde!“, sagte Tom spöttisch. Ihre Mutter schlug vor, dass die beiden erstmal ihre Geschenke basteln könnten, denn das mit dem Plätzchen backen würde sowieso nichts mehr werden. Also gingen die beiden in ihr Zimmer. Tom wollte sich einen Stift nehmen, doch dieser Stift tänzelte von alleine weg. Er stotterte erschrocken: „P-P-ia, d-der Stift b-b-bewegt sich!“ „Glaub ich dir nicht!“, lachte sie. Der Stift schrieb auf einen Zettel: „Kobolde gibt es doch!“ „A-aber ich l-l-lüge nicht“, rief Pias Bruder ganz verzweifelt. Jetzt erst begriff Pia, dass Tom es ernst meinte. „Okay ich habe verstanden, du meinst das wirklich ernst“, meinte Pia ängstlich. „Ja, s-sagte ich d-doch“, stotterte Tom weiter. Pia schlug vor: „Am besten gehen wir jetzt erstmal mit Papa den Tannenbaum schmücken, danach sehen wir weiter“. „Gute Idee“, sagte Tom wieder etwas beruhigter. Gemeinsam gingen die beiden Geschwister nach unten, sie hatten immer noch Angst. Pia wollte zwar, dass etwas seltsames geschieht, aber nicht so etwas gruseliges! Als sie unten angekommen waren, kam ihr Vater ihnen entgegen: „Na, wollt ihr mit mir den Tannenbaum schmücken? Seid ihr denn schon fertig mit dem Geschenke basteln?“ „Nein, noch nicht, wir möchten erst den Tannenbaum fertig machen“, sagte Tom glaubhaft. Sein Vater wusste schließlich nicht, was oben passiert war. Pia ergänzte: „Und das mit dem Plätzchen backen, hat nicht geklappt, weil…“ „Ich habe schon davon gehört, eure Mama hat es mir erzählt“, unterbrach Pias Vater sie. „Ach ja, ich habe vergessen, euch zu sagen, dass ich in der Woche noch nicht dazu gekommen bin, den Tannenbaum zu holen. Kommt ihr kurz mit zum Tannenbaumverkauf und sucht mit mir einen schönen aus?“, fragte ihr Vater die beiden Geschwister. „Klar, wir kommen mit!“, sagte Tom. „Zum Glück kommen wir jetzt aus dem Haus raus. Hoffentlich geschehen beim Tannenbaumverkauf nicht auch so seltsame Sachen“, flüsterte Pia ihrem Bruder zu, ohne dass ihr Vater es hörte. Beim Tannenbaumverkauf angekommen, fanden die drei einen wunderschönen, geraden Baum. Doch plötzlich sahen sie ein kleines Gesicht, das grün, frech und irgendwie merkwürdig aussah. Das Gesicht guckte aus dem Tannenbaum hervor. Es hatte eine rote Nase und kleine spitze lila Hörner. Das kleine Wesen sagte: „Den Tannenbaum dürft ihr nicht kaufen, er gehört mir!“ Pia und Tom brüllten los. Ihr Vater griff nach einem Holzstab und wollte das Gesicht wegschlagen. Aber als er zuschlug, war das Gesicht plötzlich rechts neben ihm und rief belustigt und frech: „Ha ha, du kriegst mich nicht, du Pudelmütze!“ Der Vater schlug wieder zu, doch diesmal war das kleine Wesen hinter ihm und streckte ihm die Zunge raus. Er wollte noch mal zuschlagen, da schrie Pia: „Hör auf, lass es in Ruhe. Wir können uns auch einen anderen Tannenbaum holen!“ „Na gut, aber sollte das Wesen uns noch mal belästigen, dann kriegt es es mit mir zu tun!“, sagte der Vater und ließ den Holzstab fallen. Leider fanden sie keinen schönen Tannenbaum mehr. Es gab nur noch einen Krummen, einen Kaputten und einen Baum mit Macken. Sie entschieden sich für den Baum mit Macken. Dann fuhren sie wieder nach Hause. Zu Hause angekommen wollten Pia und Tom doch erst mal die Geschenke basteln, also gingen sie nach oben. „Hör mal, da ist etwas in unserem Zimmer“, flüsterte Pia. „Ja, ich höre es auch. Das was aus unserem Zimmer kommt, klingt wie ein weinen“, stimmte Tom Pia zu. „Komm, lass uns mal nachschauen!“, sagte Pia entschlossen. Tom flüsterte: „Na gut, aber nur wenn ich nicht vorgehen muss!“ Zusammen gingen sie ins Zimmer und sahen ein Wesen, dessen Gesicht genauso aussah, wie das, was sie beim Tannenbaumverkauf gesehen hatten. „Warum weinst du?“, fragte Pia. Das Wesen schluchzte: „Ich bin ein Weihnachtskobold. Meine Aufgabe ist es vor und an Weihnachten ganz viel Quatsch zu machen.“ „Ja und warum weinst du?“, fragte Pia noch einmal. „Weil ich von eurem Vater einmal erwischt wurde, als er mich geschlagen hat und jetzt habe ich eine Platzwunde am Knie!“, rief der Kobold verstört. „Oh, das tut uns leid. Wie heißt du eigentlich?“, meldete sich Tom unsicher. „Ich heiße Maxi!“, sagte der Kobold etwas glücklicher. „Ich bin ein Allesfresser und ich habe HUNGER!“, rief der Kobold plötzlich ziemlich frech. Er schnappte sich eine Packung Stifte und frass sie auf. Pia und Tom wussten nicht, was sie sagen sollten. „Ah, nur dass ihr Bescheid wisst, ich habe eben den Tesafilm gefressen, also wundert euch nicht, wenn ihr ihn gleich nicht findet!“, sagte der Kobold zufrieden. „Was, du hast den Tesafilm gegessen?“, rief Pia wütend. „Ja, das habe ich. Der Tesafilm war ziemlich lecker. Yummy, Yummi“, rief der kleine Kerl stolz. „Echt super. Dann können wir das Geschenke basteln vergessen. Denn ohne Stifte und ohne Tesafilm können wir gar nichts machen“, sagte Tom. „Am besten gehen wir jetzt erst einmal nach unten und stellen Maxi Mama und Papa vor“, besprach sich Pia mit ihrem Bruder, als sie sich wieder beruhigt hatte. „Gute Idee! Das machen wir“, stimmte Tom seiner Schwester zu. 15 Minuten später ging die drei endlich runter. Es hatte etwas länger gedauert, weil Maxi Hunger bekommen hatte und dann das Geschenkpapier, Toms Lieblingsspielzeug-Auto, die Schere, ein Radiergummi und zuletzt auch noch drei Lego Figuren von Pia gefressen hatte. Die Eltern der beiden machten ein ganz schön komisches Gesicht, als Pia und Tom ihnen erzählten, wer Maxi war und warum er so viel Quatsch gemacht hatte. Sie sagten ihnen, er sei ein Allesfresser und habe schon viele Sachen von Pia und Tom gefressen. Als Pia und Tom alles erzählt hatten, waren alle still - außer Maxi, von dem schmatzende Geräusche kamen, weil Pia und Tom ihm vorher einen alten Schuh gegeben hatten, an dem er jetzt seelenruhig knabbert. Der Erste der die Stille unterbrach, war der Vater der beiden Geschwister: „Dass heißt, dieser Kobold…“ „Maxi!“, verbesserte in Pia. „Ja, ja, Maxi ist ein ganz harmloses Wesen, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe“, sprach der Vater der beiden weiter. „Genau!“, antwortete Tom. „Und jetzt wäre halt die Frage, ob Maxi bis morgen um zwölf Uhr Mitternacht bleiben kann?“ fragte Tom. „Er hat uns nämlich erzählt, dass er dann gehen muss und erst nächstes Jahr wieder kommt“, fügte Pia hinzu. Tom und Pias Mutter stimmte zu: „Na gut, warum denn nicht, aber nur wenn er nicht mehr so viel anstellt.“ Maxi willigte ein und versprach nicht mehr ganz so viel Quatsch zu machen. Aber er versprach nicht, gar kein Quatsch mehr zu machen. Abends schmückte die ganze Familie den Tannenbaum und auch Maxi half mit. Dann mussten Pia und Tom ins Bett, schließlich wollten sie morgen lange aufbleiben. Am nächsten Morgen wachten Pia und Tom von einem lauten Lachen auf. Gemeinsam gingen sie nach unten. Das Lachen kam aus dem Wohnzimmer. Die beiden Geschwister stürmten zur Wohnzimmer Tür. Sie rissen die Tür auf und sahen wie Maxi mit fünf Weihnachtskugeln jonglierte und wie die Weihnachtskugeln nacheinander auf den Boden fielen. Bum, bum, bum, bum, bum. Das Schlimme an der Sache war, dass Maxi schon ganz viele Versuche gemacht hatte und damit alle Weihnachtskugeln kaputt waren. Maxi behauptete sofort: „Die Kugeln sind mir nur runter gefallen, weil ihr reingekommen seid!“ „Ach Maxi, das geht so nicht, wir müssen es Mama und Papa sagen! Aber es wird schon nicht so schlimm werden!“, beruhigte Pia den kleinen Kobold, der neben ihr saß und weinte. Seltsamerweise sagten die Eltern von Pia und Tom nur: „Ach, ist doch nicht so schlimm. Kann ja mal passieren“ Pia und Tom standen ganz verdattert da. Wären Sie das gewesen, hätten sie bestimmt riesigen Ärger bekommen. Der restliche Tag ging schnell rum. Viel zu schnell. Nach der Bescherung mussten sie sich von Maxi verabschieden und das fiel ihnen allen nicht leicht! Als Maxi weg war, sagte Pia: „Zum Glück kommt er nächstes Jahr wieder! Außerdem, selbst wenn wir jetzt keine gebastelten Geschenke, keinen geschmückten Tannenbaum und keine Plätzchen hatten, das wichtigste ist doch: Dass wir uns über alles lieben und alle zusammen sind!“