Das wundersame Erlebnis

Das wundersame Erlebnis

Von: Annelie, Alter: 12

Es war Abend. Ich lag im Bett und wollte gerade einschlafen, als ich ein seltsames Knarzen hörte. Ich schreckte auf und lauschte mit angehaltenem Atem, um zu hören, was das für ein Geräusch war. Ich zögerte und war unsicher, ob ich das Bett verlassen und nachschauen sollte, ob da etwas war. Schließlich entschied ich mich doch aufzustehen, um zu schauen, woher das Geräusch kam. Ich trat vorsichtig und lauschend auf die erste Treppenstufe der alten Treppe und sie knarrte leise. Da sah ich im schwachen Licht auf dem Treppenabsatz ein kleines braunes Fellknäuel, was zusammengerollt in der Ecke lag. Ich stupste es vorsichtig an, da hob es den Kopf und ich sah, dass es ein kleiner Fuchs war. Das braunrote Fell, die kleinen Pfoten, er sah total flauschig aus und doch so verängstigt. Er ist wohl durch die offene Terrassentür hereingekommen, dachte ich mir. Ich nahm den Fuchs behutsam in den Arm. Er sah etwas abgemagert aus und ich überlegte mir, ob ich ihm etwas zum Fressen geben sollte. Er sah mich mit hellbraunen Augen an. Mit dem Fuchs im Arm schlich ich in die Küche und stellte ihm ein Schälchen mit Milch hin. Als der Fuchs getrunken hatte, nahm ich ihn wieder auf den Arm. Sein Fell war so weich und flauschig, da sah er mich an und sagte plötzlich: „Danke, dass du mir Milch gegeben hast.“ Vor Schreck, dass der Fuchs reden konnte, ließ ich ihn fallen und er plumpste auf den Boden. Ich schaute ihn mit großen Augen an und war sprachlos. Was sollte ich glauben, ein sprechender Fuchs, das gibt es doch nicht! Das Einzige, was ich daher stottern konnte war: „Ja, gerne! Kannst du wirklich reden?“, „Na klar!“, erwiderte der Fuchs und schlich zwischen meinen Beinen umher. „Ich heiße übrigens Miro“, sagte der Fuchs. „Ich bin Mina“, stellte ich mich vor. Doch ich konnte nicht wirklich glauben, dass ich mich da mit einem Fuchs unterhielt. „Ich denke wir gehen nun nach oben in mein Zimmer, damit uns die anderen nicht entdecken.“ Ich nahm Miro wieder in die Arme und steckte ihn unter mein Nachthemd. Leise ging ich die Treppe nach oben in mein Zimmer. Dort angekommen, setzte ich Miro auf den Boden. „Ich will dir eine Decke geben, wo du schlafen kannst!“ Ich nahm aus meinem Schrank eine große Decke und formte aus ihr ein kuscheliges Nest. Miro setzte sich darauf und rollte sich sofort zusammen. Ich war ganz aufgeregt. Eine Zeit lang betrachtete ich den schlafenden Fuchs, dann streichelte ich ihm über den Kopf, wünschte ihm eine gute Nacht und legte mich in mein Bett. Das Erlebte beschäftigte mich so, dass es mir schwer fiel einzuschlafen. „Träume ich?“, sagte ich zu mir, „Ein Fuchs der reden kann, das gibt es doch nicht!“ Doch schließlich war die Müdigkeit so groß, dass ich einschlief. Wahrscheinlich haben mich die seltsamen Träume am nächsten Morgen geweckt. Mein erster Blick ging gleich in die Ecke, wo ich gestern Abend die Decke hingelegt hatte, in welche sich der Fuchs eingekuschelt hatte. Die Decke lag noch da und ich konnte auch den Fuchs erkennen, der dort lag. Also es war nicht nur ein Traum, es war gestern Abend wirklich geschehen. Ganz unsicher sagte ich zu dem Fuchs: „Guten Morgen, hast du gut geschlafen?“ Der Fuchs blinzelte mich verschlafen an und sagte: „Ja, ich habe gut geschlafen“. Ich putzte mir schnell die Zähne, zog mich an und ging wieder in mein Zimmer. Normalerweise hetzte ich immer zu spät zum Frühstück hinunter, wenn es Mamas leckeren Obstsalat gab. Ich ging vorsichtig die Treppe hinunter, um zu lauschen, welche Geräusche aus der Küche kamen. Es war ungewöhnlich ruhig, ich konnte nichts hören. Als ich die Küchentüre öffnete, sahen mich nicht meine Eltern und meine kleinere Schwester an, sondern es lag ein Zettel auf dem dunkelroten Esstisch, darauf stand geschrieben: „Wir sind am See. Mama.“ Ich lächelte und war irgendwie erleichtert. Ich gab Miro Bescheid, dass wir alleine sind und dass wir etwas frühstücken sollten. Auf meinem Teller lag ein Croissant und daneben stand eine Schüssel Obstsalat. Als ich mich darüber her machte, sagte Miro: „Und was bekomme ich zum Fressen?“, „Was willst du denn?“, fragte ich. „Hast du vielleicht Wurst da?“, fragte der Fuchs. „Ich muss mal in der Speisekammer nachsehen“, antwortete ich. So gingen wir in die Speisekammer. Dort angekommen, reichte ich ihm eine Wurst und er nahm sie zwischen seine Zähne und aß sie auf. „Das hat lecker geschmeckt!“, sagte er. Als wir aus dem Haus traten, sahen wir meine Eltern und meine kleinere Schwester Nelly herankommen. Ich und Miro huschten in den nahegelegten Wald. Dadurch, dass die Sonne noch nicht so stark schien und die Luft von der Nacht noch abgekühlt war, war es etwas frisch. Es roch nach Tannennadeln, Moos und Erde. Miro sprang ab und zu über einen gefällten Stamm und freute sich, wenn die Blätter unter seinen Pfoten raschelten. Ich schaute hin und wieder, wo der Fuchs war und rief ihn wieder her. Plötzlich kam er jammernd zu mir. „Was ist los?“, fragte ich ihn. Er entgegnete: „Ich bin in eine Glasscherbe getreten!“, „oh, du Armer!“, sagte ich und nahm ihn auf den Arm. Er schleckte vorsichtig über die verletzte Pfote. Der Fuchs kuschelte sich an mich und ich streichelte ihn liebevoll. Ich schaute nach seiner Pfote und sah, dass es nur ein kleiner Schnitt war, der auch schon wieder aufgehört hatte, zu bluten. Als wir aus dem Wald traten, hörte ich ein leises Schnarchen. Ich schaute auf den kleinen Fuchs, der sich zusammengerollt hatte und schlief. Am Haus angekommen, zog ich vorsichtig meinen Pullover über den schlafenden Fuchs, so dass meine Mutter ihn nicht sehen konnte. Ich hörte, wie sie gerade mit Tante Kate telefonierte. Mutter sagte: „Ja, ja, du kannst dann morgen Vormittag gerne kommen. Danke, ja. Ok. Tschüss“. Sie legte auf. Im Türrahmen blieb ich so stehen, dass sie den Fuchs nicht sehen konnte und sah Mutter fragend an. Sie sagte: „Tante Kate kommt morgen mit dem Bus. Könntest du bitte auf dem Dachboden das Gästebett herrichten?“ „Ja, mache ich, Mama“, entgegnete ich. Mit dem kleinen Fuchs unter meinem Pulli ging ich schnell nach oben. Als wir oben angekommen waren, öffnete ich die Tür und ging ins Gästezimmer. Da ich das Gästebett für Tante Kate vorbereiten sollte, legte ich den schlafenden Fuchs auf den alten Sessel neben der großen Truhe und fing damit an die Bettdecke des Gästebettes auf zu schütteln. Während ich mit dem Bett beschäftigt war, wachte Miro auf und schaute sich interessiert in dem Gästezimmer um. Er sprang vom Sessel und schnupperte an der alten Truhe. „Mina, was ist denn in der Truhe?“ Ich antwortete: „Ich weiß auch nicht, was in der Truhe ist. Meine Mutter hat mir schon immer verboten in der Truhe zu stöbern.“ Als ich mit dem Bett fertig war ging ich hinüber zur Truhe und versuche sie zu öffnen, welches mir nicht gelang, da sie verschlossen war. Da packte mich die Neugier und ich wollte zu gern wissen was in der Truhe war. Ich konnte mich daran erinnern, dass Mutter mal erwähnt hat, dass sie den Schlüssel von der Truhe in ihrem Nähkästchen aufbewahrte. Ich sagte zu Miro: „Bleib bitte mal hier, ich will schauen, ob ich den Schlüssel von der Truhe finde.“ Dann ging ich leise die Treppe hinunter, um im Schlafzimmer in den Nähsachen nach dem Schlüssel zu suchen. Und ich kam mit einem alten Schlüssel in der Hand wieder ins Gästezimmer zurück. „Mal schauen, ob der Schlüssel passt.“ Sagte ich zu Miro und pustete den Staub vom Deckel. Während ich versuchte, die Truhe zu öffnen, schaute mir der Fuchs neugierig zu. „Ich bin gespannt, was in der Truhe ist!“ sagte Miro. Mit einem Quietschen ließ sich der schwere Deckel öffnen. Wir beide starrten aufgeregt und voller Spannung in die Truhe, darin lagen ein weißes Kleid, getrocknete Rosen, ein Foto und ein altes verziertes, in Leder eingebundenes Buch. Auf dem Foto waren eine Frau im Hochzeitskleid und ein Mann mit Anzug und Zylinder abgebildet. Vorsichtig nahm ich das Foto aus der Truhe und strich mit den Fingern über die verstaubte Oberfläche des Bildes und schaute das Bild, welches nur in schwarz weiß war genau an. Das Bild legte ich wieder in die Truhe zurück und nahm das alte in Leder eingebundene Buch vorsichtig heraus. Auch das Buch war ganz mit Staub überzogen, ich schlug vorsichtig das Buch auf und blätterte andächtig die ersten Seiten um. Die Seiten waren handschriftlich mit einem kunstvoll geschwungenen Schriftbild beschrieben. Es fiel mir schwer auf das Erste die Schrift zu lesen und zu entziffern. Mitten auf der aufgeschlagenen Seite fing ich an und versuchte vorzulesen: „Es war eine pechschwarze Nacht. Der eisige Wind peitschte mir um die Ohren. Ein leises Donnergrollen war in der Ferne zu hören, was immer lauter wurde. Ich dachte, es würde noch einen Moment dauern, doch schon zuckten die ersten Blitze am Himmel und ließen die Wolken aufleuchten. Ich stand abseits eines verwilderten Weges. Plötzlich ließ ein lauter Donner mich zusammenzucken und ein paar Meter vor mir krachte es und ein gewaltiger Blitz spaltete einen alten Baum. Ich rannte voller Panik nach Hause. Das war eine aufregende Nacht.“ Mein Herz klopfte wie wild. Ich sah den Fuchs an und flüsterte: „Miro, wie kann es sein, dass mir diese Geschichte so wahr vorkam?“ Der Fuchs blickte auf und sagte: „Weißt du, ich habe die Gabe, den Menschen, mit denen ich sprechen kann, Geschichten wie in Wirklichkeit vorkommen zu lassen.“ Ich nahm das Buch nochmals in die Hände, um zu schauen, wer die Geschichte geschrieben hat. Da stand: „Tagebuch von Katharina Lowes, 1924“. „Du Miro, Mama hat mal erzählt, dass sie auf dem Dachboden noch alte Sachen von der Vorbesitzerin gefunden hat. Diese hat sie wohl in die Truhe getan. Sicherlich ist das eine Geschichte aus unserem Wald, die vor langer Zeit in Wirklichkeit passiert ist. Ich will in dem Buch weiter lesen, und nehme es mit auf mein Zimmer.“ Vorsichtig machte ich die Truhe wieder zu und schloss sie ab. Unbemerkt legte ich den Schlüssel wieder in das Nähkästchen und ging mit Miro und dem Buch unter dem Arm in mein Zimmer. Ich rief nur meiner Mutter von oben her zu: „Das Bett für Tante Kate habe ich vorbereitet.“ „Danke“ erwiderte Mutter. Ich war ganz durcheinander und so legte ich mich hin und Miro kuschelte sich zu mir. Im Traum drehte ich mich hin und her. „Ah …“, mit einem Schrei fuhr ich hoch und knallte mit dem Kopf an mein Regal. „Au!“ Im Zimmer war es stockfinster. Ich knipste die Nachttischlampe an. Der Fuchs lag schlafend auf meiner blauen Bettdecke. Ich streichelte ihn sanft, schaltete die Lampe wieder aus und schloss die Augen. Ich spürte nur noch, wie ein buschiger Schwanz mein Gesicht streift und sich etwas Warmes neben meinen Kopf legte. Es war Miro. Am nächsten Morgen, als die ersten Sonnenstrahlen durch die Wipfel der Bäume vielen und meine Nase kitzelten, wachte ich auf. Meine Haare hingen mir wirr herunter und meine Wangen waren ganz warm. Der Fuchs lag noch immer schlafend auf meinem Bett. Ich stand leise auf. Um Miro nicht zu wecken, zog ich meine Kleider im Badezimmer an. Ich lief hinunter in die Küche, deckte schnell den Tisch und legte einen Zettel hin, darauf stand: „Ich bin spazieren.“ Danach ging ich wieder hoch, um den Fuchs zu wecken. Er war bereits wach und wir gingen in den Wald. Ich spürte die Wärme der Herbstsonne. Die Sonnenstrahlen ließen mich blinzeln. Der Fuchs rannte vergnügt herum und immer, wenn ich seinen roten buschigen Schwanz im Dickicht sah, rannte ich ihm nach. Es ging über Stock und Stein, Hügel und Wurzeln. „Ah!“, schrie ich auf und kämpfte die spitzigen Dornen beiseite, die sich in meine Haut gebohrt hatten. Der Fuchs rannte zu mir. Es war, als würde er fliegen. Er wirbelte die Blätter auf, die unter seinen Pfoten raschelten. Als er bei mir ankam, nahm ich ihn auf den Arm und er leckte mir meine Kratzer an den Armen und Händen. Ich spürte sein kleines Herz schnell schlagen und trug ihn nach Hause. Am Haus angelangt, steckte ich ihn wieder schnell unter meinen Pullover. Als ich klingelte, öffnete nicht wie sonst Mama die Tür. Es war Tante Kate. „Hallo, mein Schätzchen! Warum bist du denn so verkratzt?“, fragte mich meine Tante. „Ach, ich war im Wald und bin nur an einem Ast hängen geblieben, ist nicht schlimm.“, sagte ich. Und ich zwängte mich so unauffällig wie möglich an meiner Tante vorbei und ging die Treppe hoch. In meinem Zimmer angekommen, legte ich den kleinen Fuchs auf mein Bett und deckte ihn zu, so dass man ihn nicht sah. Auch ich legte mich auf das Bett und zeichnete auf ein weißes Blatt Papier den Wald mit meinem spielenden Fuchs. Ich war so vertieft ins Zeichnen, dass ich nicht bemerkte, wie meine Mutter ins Zimmer trat. Sie setzte sich zu mir und legte ihre Hand auf meine Schulter. Ich blickte auf. Sie sagte: „Ich gehe heute Nachmittag in die Bücherei aushelfen. Weil Frau Pöschke immer noch krank ist.“, „Wie geht es ihr denn?“, fragte ich. Mama sagte: „Es geht ihr schon besser, aber halt noch nicht so gut, das sie jetzt schon arbeiten kann.“ Ich erwiderte schnell: „Es ist schon okay. Tante Kate kann ja mit dir die Stadt anschauen. Und Nelly schläft doch eh bei einer Freundin. “ Meine Mutter lächelte und sagte: „Damit du freie Bude hast? Na, ich schaue mal was sich machen lässt. Jedoch nur vor dem Fernseher, das geht nicht!“ Meine Mutter verließ das Zimmer und ging die Treppe hinunter. Ich grinste in mich hinein und kuschelte mich wieder an den Fuchs. Ich meinte: „Ein Abend nur für uns zwei.“, „Vielleicht können wir auch wieder in den Wald gehen!“ sagte Miro. Der Tag verging wie im Fluge, ich musste noch meine Hausaufgaben fertig machen. Als Mama und Tante Kate endlich davonfuhren, rannte ich die Treppe hinauf und holte den Fuchs aus meinem Zimmer. Weil es das letzte Mal so schön war, beschlossen wir, bevor es dunkel wird, noch schnell in den Wald zu gehen. Wie wir so durch den Wald streiften und die frische Luft genossen, entdeckte der Fuchs einen alten riesigen Baum, der in der Mitte einen großen Spalt hatte. Er verschwand in dem Loch und rief mich, ich sollte ihm doch folgen. Ich ging in die Knie und schaute mit dem Kopf hinein. Es war innen viel größer, als man dachte. Von oben fiel goldgelbes Licht durch die Baumkrone in die Höhle. Ich kroch komplett hinein und staunte, dass wir beide doch viel Platz hatten. „Wow, das ist ja unglaublich! Das ist ja ein richtiges Versteck, in dem man ja sogar schlafen kann.“ „ Da staunst, was es alles im Wald zu entdecken gibt!“, sagte der Fuchs. Bevor die Dunkelheit komplett herein brach, gingen wir wieder schnell nach Hause und waren ganz vertieft in unsere Ideen, was man alles in dem neu entdeckten Versteck machen könnte. Zu Hause angekommen, packte ich heimlich eine Tasche mit einigen Utensilien, meinen Schlafsack, eine Taschenlampe, für den Fuchs seine neue Lieblingsdecke sowie etwas zu Essen und Trinken. Ich stellte mir vor, dass wir eine Nacht in der Baumhöhle verbringen würden. Als ich mit gepacktem Rucksack die Treppenstufen von unserer Veranda hinunter sprang und durch die kühle Abenddämmerung lief, drückte sich der Fuchs eng an meine Beine und ich nahm ihn auf den Arm. Es wurde langsam dunkel und ich knipste meine Taschenlampe an. Im Licht der Lampe warfen die Bäume lange, unheimliche Schatten auf den Boden. Mit Erleichterung sah ich unseren Baum. Mit dem Licht der Lampe leuchtete ich den Baum suchend ab und endlich fand ich den Spalt zu unserer Baumhöhle. Ich kletterte mit dem Fuchs hinein und legte ihn in den ausgebreiteten Schlafsack. Meinen Rucksack stellte ich daneben. Es roch modrig und nach feuchtem Holz, doch das war egal. Ich fühlte mich so wohl wie nie zuvor. Ich machte es mir in meinem Schlafsack gemütlich und schlief ein. Der Fuchs schnarchte leise. Plötzlich hörte ich eine freundliche Stimme. Mir war als würde ich träumen. Die Stimme sprach: „Da bist du ja Miro, endlich habe ich dich gefunden!“ Ich öffnete vorsichtig die Augen. Vor uns stand eine Füchsin. Im Gegensatz zu ihm, war sie viel größer. Als sie mich entdeckte, wich sie erschrocken zurück und rief: „Miro! Wer ist denn das neben dir?“, der Fuchs schaut mit verschlafenen Augen die Füchsin an und sagte: „Mama! Da bist du ja.“ und schmiegte sich an sie. „Miro, was machst du da?“ fragte ich fast verzweifelt. „Das ist meine Mama“, sagte er. Ich fragte die Füchsin überrascht: „Na so was, wie kommst du denn hier her?“ Sie antwortete: „Ich suche meinen kleinen Sohn schon fast zwei Tage und ich bin so froh, dass ich ihn jetzt gefunden habe! Wie es scheint, hast du gut auf den kleinen Ausreißer aufgepasst!“, „Ja, das habe ich. Er ist doch mein Freund geworden!“ Die Fuchsmama sagte: „Dann könnt ihr euch ja immer am Abend bei Vollmond in der Höhle treffen.“ „Au ja“, sagten wir beide, so machen wir das. Es war eine kühle Vollmondnacht. Ich lief durch den Wald zu unserem Baum. Als ich ankam, waren die Füchse schon da. Miro sprang mir freudig entgegen und ich hob ihn hoch und trug ihn in die Höhle. Seine Mutter folgte uns leise hinein. Wir setzten uns auf den Boden und im Schein der Taschenlampe erzählten wir uns Geschichten. Als es stockdunkel war, wickelte ich mich zum Schlafen in den Schlafsack ein. Die Füchse rollten sich neben mir ein. Am nächsten Morgen verabschiedete ich mich von meinen Freunden. Als ich durch das feuchte Laub lief, war ich ein bisschen traurig, weil der Fuchs gegangen war. Doch die frische Morgenluft munterte mich wieder auf. Das war ein schönes Erlebnis!