D e r Z a u b e r m o n i t o rAn meine Enkel: Sonja, Tim, Julia, Paul

D e r Z a u b e r m o n i t o rAn meine Enkel: Sonja, Tim, Julia, Paul

Von: Johann, Alter: 64

Es war wie immer in diesen Zeiten am Ende des Jahres und ein Advent folgte den anderen - Die Weihnachtszeit nahte sich, der Kalender hatte nur noch ein Dutzend Blätter übrig. Der Kevin saß am Tisch mit seinen Hausaufgaben und träumte vor sich her. Ihm wurde versprochen dass dieses Mal der Weihnachtsmann mit einem Laptop der neusten Version für ihm vorbei kommt. Spät abends, als es schon ziemlich düster war, klingelte es an der Tür. Kevin wollte nicht das seine Oma gestört wird und lief schnell zu der Außentür. Kaum öffnete er die große Tür, vor ihm stand ein Weihnachtsmann mit einer großen Kiste vor sich. Da hörte Kevin eine Stimme von oben: -Bist du der Kevin, der Schüler der achten Klasse, ist das die richtige Adresse? Kevin glaubte seinen Augen nicht, aber antwortete: Ja, ich bin es! Kommen Sie doch herein! „Danke! – antwortete der Weihnachtsmann – auf mich warten noch andere Kinder und ich muss pünktlich sein. Hier hast du dein Geschenk – einen Computer – viel Spaß beim Surfen, bitte vergiss das Lernen nicht!“ – und verschwand blitz schnell wie er auch kam. Die Zeit bis der Vater von der Arbeit daheim war zog sich für Kevin endlos. Dann endlich war es soweit und der Junge fuhr den Rechner hoch und tauchte in die unendliche virtuelle Welt. Der Bildschirm war perfekt und spiegelte alles an seinem Betrachter, so was faszinierendes hat Kevin noch nie gesehen. Er tauchte in ein Spiel hinein und sah am Meeresstrand eine Schatulle, öffnete sie und plötzlich stand vor ihm ein Geist, der nur aus Schaum und Rauch gestalten war. „Für die Befreiung bin ich dankbar, mein großer Herrscher! Du kannst ab jetzt an deinem Computer dir alles wünschen und es wird auch alles spätestens nächster Tag geliefert! Aber vergieß nicht – nur das was in dein Bildschirm passt, darfst du bestellen und mit jeder Bestellung wird der Bildschirm immer kleiner. Es werden Jahre vergehen und dann merkst du das!“ Ich gebe dir noch einen Freundschaftsrat: Beim Lernen mit dem Zaubermonitor wird er seine Größe nicht verlieren und sogar immer etwas größer werden! – sagte leise der Geist aus der Schatulle und verschwand wie ein Hauch im Meer. Kevin schüttelte mit dem Kopf, kam endlich zu sich, er war wieder in seinem Zimmer, alles war am altem. „War das ein Alptraum? Hat die Sache mit dem Geist auch stattgefunden?“- fragte er sich mit staunen. Na, gut. Dann wollen wir mal das Ausprobieren! Wie war das doch mall: „Ich wünsche mir…was, was wünsche ich mir? Ja, ich hab’s, ich wünsche mir eine duftende Pizza mit eine große spritzige Cola! Der laufende Satz war noch nicht ganz weg vom Bildschirm, als es an der Tür klingelte und der Pizzabote stand da, mit alles Drum und Dran. „Es funktioniert!“- freute sich Kevin und als die Pizza und Cola weg waren, hat er angefangen zu bestellen. Nur ein Satz: „Ich wünsche mir…“ – das reichte! Alles funktionierte vollkommen. Ständig klingelte es an der Tür, es waren Postboten, Lieferanten von Spielzeugfirmen, ab und zu wieder mal Pizzaboten. Es war ein Fluss von Lieferungen. Das Zimmer war voll, die Garage war voll bis zum Dach, sogar das Gartenhäuschen war bis an die Tür vollgestopft mit Kartonverpackungen. Ab und zu prüfte Kevin die Größe des Zaubermonitors, aber keine Abweichungen sind im eingefallen. Alles war beim alten. Zeit zum Lernen mit dem Zaubermonitor hatte Kevin überhaupt keine. Passt doch alles super – dachte er zufrieden. Jeden Tag besuchte Kevin die Schule, aber seine Gedanken waren nur an der Bestellung von etwas neues und das, was durch den Bildschirm passte. Dann kam die neunte Klasse, die zehnte. Seine Freunde hat Kevin schon längst verloren, die interessierten sich schon für Studium an einer Uni, Mädchen, Motorräder, und andere Jugendsachen. An einem düsterem Abend wollte Kevin wie immer seine Bestellung durchboxen, aber der Bildschirm ist so klein geworden, das er kaum noch den Satz: „Ich wünsche mir…“ lesen konnte. Die Tastatur von dem Laptop ist groß geblieben, aber der Bildschirm – der wurde klitzeklein. Kevin schrieb: „Ich wünsche mir…!“ Er wollte den Geist aufrufen und noch mal sprechen, aber der Bildschirm wurde ganz schwarz und es war nichts mehr zu erkennen… Johann Neufeld Alsfeld, 2013