Die traurige Geschichte eines 16-jährigen Mädchens

Die traurige Geschichte eines 16-jährigen Mädchens

Von: Hanna, Alter: 16

Ich möchte eine Geschichte erzählen. Sie ist nicht schön, nichts für Menschen, die auf Happyends in Büchern aus sind. Ich verrate es gleich – diese Geschichte hat kein Happyend. Sie handelt von meiner besten Freundin. Ich bezeichne sie noch immer so, auch wenn sie jetzt nicht mehr hier ist. Die Geschichte ist vor drei Jahren passiert. Hier in Kupsal in der Nähe von Leipzig. Sie ist zu meiner Geschichte geworden. Mein Leben wurde durch sie geprägt, trägt Spuren von ihr. Sie zeigt das echte Leben, so wie ich es niemals so nah bei mir erwartet hätte. Niemand hier hätte es erwartet. Nicht hier. Nicht in Kupsal, wo es nur einen Bäcker, eine Gesamtschule, eine Feuerwehr und seit neuestem einen Penny-Markt gibt; wo man in die nächste Stadt fahren muss, um an eine vernünftige Tankstelle zu kommen. Fee hatte nichts von einer Fee, außer vielleicht am Ende, als sie wie eine Fee zu den Sternen flog. Es hat drei Jahre gedauert, bis ich ihre Geschichte aufschreiben konnte, doch nun werde ich es versuchen. Ich werde Fees Foto ins Licht rücken, ihr Kokosparfüm ins Zimmer sprühen und einfach beginnen. Jetzt. Es fing an im April vor drei Jahren. Da bemerkte ich zum ersten Mal, dass etwas nicht stimmte. Nicht stimmen konnte. Falsch lief. Fee wehtat. Es war ein sehr heißer April. Nicht mal nachts sank die Temperatur unter die 20 Gradgrenze. Alle waren gereizter, allen lief der Schweiß in Strömen übers Gesicht, von einer kühlen Brise war keine Spur. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich von der Schule nach Hause gelaufen bin. Durch den Kies im Park, mit schmerzenden Füßen, weil die neuen dunkelblauen Ballerinas nun doch noch nicht so gut saßen, wie sie sollten. Zu der Zeit besuchte ich noch wie Fee die zehnte Klasse der Realschule und musste mich schon jetzt auf die Abschlussprüfung im Juli vorbereiten. Ich wollte nach Leipzig ziehen, zu meinem Vater, und dort eine Lehre als Kosmetikerin beginnen. Fee hatte vor, sich zur Krankenpflegerin auszubilden, allerdings nicht in Leipzig. Wir würden uns so vermissen. Sie war schon immer meine beste Freundin gewesen. Wir hatten immer zusammengehalten, hatten so viel erlebt und im Winter viele Tage auf ihrer oder meiner Couch verbracht und alte Filme gesehen. Fee nicht mehr jeden Tag sehen zu können, wäre furchtbar. Als ich die Wohnungstür öffnete, roch ich sie bereits. Kokosnussduft. Ihr liebstes Parfüm im Moment. Sie war direkt süchtig danach. Arash, der neue Freund meiner Mutter, konnte es nicht ausstehen. „Feelilein!“, rief ich und sie tauchte vor mir auf. Breites Grinsen. Grüne Augen. Schulterlanges welliges Haar. Schwarzes Top und Jeansmini. Sie umarmte mich stürmisch. Fee war immer ein Mensch gewesen, der seine Gefühle der ganzen Welt zeigte. Sie wollte, dass man sah, wie es ihr ging. Ich weiß noch, dass sie mich dann fragte, ob wir ins Café gehen könnten. Ich stimmte zu. Es war einfach zu heiß in der kleinen Wohnung unterm Dach. Im Café bestellten wir Cola und rückten unsere Stühle soweit wie möglich in den Schatten der grün-gestreiften Sonnenschirme. „Wie war’s bei Sven?“, fragte ich. Sven war Fees Freund. Seit etwa einem Monat. Ich hatte ihn erst einmal gesehen und fand ihn irgendwie seltsam. Für mich war er jemand, von dem ich mich fernhalten würde, begegnete ich ihm auf der Straße. Er hatte kurze braune Haare und einen dünnen Mund. Seine Augen blickten einen immer abschätzend und von oben herab an. Er war mir unsympathisch, auch wenn ich das Fee gegenüber nie erwähnte. Sie wäre verletzt gewesen. Sie nahm die Dinge immer so schrecklich ernst. „Gut. Er zieht ja bald nach Potsdam. Da kann ich ja mitkommen! Die Krankenhäuser da sind sicher nicht schlecht.“ „Fee? Du bist gerade mal sechzehn. Nur weil er drei Jahre älter ist, kannst du nicht einfach allein mit ihm wohnen. Ihr seid erst seit einem Monat zusammen!“ Sie war mal wieder viel zu voreilig. „Ich weiß, dass du ihn nicht magst, weißt du, Su? Ich weiß das. Auch ohne, dass du es mir sagst, und ich finde…“ Ich weiß bis jetzt nicht, was Fee fand. Ihr Handy klingelte und sie wühlte es aus der Unordnung in ihrer dunkelgrauen Tasche. Als sie auf das blinkende Display blickte, verzog sie leicht das Gesicht. Ich war mir sicher, dass es ihre Mutter war, die wollte, dass sie nach Hause kam, darum auch der genervte Gesichtsausdruck, aber auf die Art, wie Fee sich meldete, konnte es unmöglich jemand anderes als Sven sein. „Hallo, Schatz.“ Ihre Stimme bebte. Sie schaute auf ihre Knie und ihre freie Hand verkrampfte sich. Ich runzelte die Stirn. Wusste nicht, was los war. Warum sie sich so verkrampfte. Ich verstand nicht. „Ich muss los“, sagte sie, kurz nachdem sie aufgelegt hatte. Das Beben in ihrer Stimme war noch nicht ganz verschwunden. „Was? Das kann doch nicht dein Ernst sein! Unser Treffen dauerte gerade mal zwanzig Minuten! Das war doch Sven, oder?“ Als sie nickte, den Blick noch immer nach unten gerichtet, das Gesicht ausdruckslos, schüttelte ich verständnislos den Kopf. „Na toll“, sagte ich verärgert. „Toll, ich dachte, wir machen uns einen schönen Nachmittag. Aber nein, Sven funkt dazwischen. Er pfeift und du springst. Wie ein Hund. Du hast ihn doch schon den ganzen Tag gesehen! Warum…“ Doch sie unterbrach mich. Jetzt war Verärgerung in ihrem Gesicht zu lesen. „Du hast keine Ahnung. Und ich springe nicht, wenn er pfeift.“ Damit knallte sie das Geld für ihre Cola auf den Tisch und lief über den Platz zu einem dunklen Auto. Die Scheibe an der Fahrerseite war heruntergelassen, ich konnte Sven erkennen. Ich konnte seine Stimme bis ins Café hören, verstand aber nicht, was er sagte. Ich weiß nur noch, wie wütend sie klang. Er machte wüste Handbewegungen in meine Richtung, stieg dann plötzlich aus und packte Fee am Handgelenk. Jetzt konnte ich auch ihre Stimme hören. Auch sie klang aggressiv, auch wenn ich ein bisschen Angst heraushörte. Sie versuchte sich loszumachen, ihn wegzustoßen, doch er schob sie auf die andere Autoseite und stieß sie ins Fahrzeug. Dann stieg er selbst ein und sie fuhren davon. Fee, dieser Tag war schlimm. Für mich und ich glaube auch für dich. Du hast so gereizt gewirkt, auch als du mit mir zusammen warst, obwohl du versucht hast, es mit guter Laune zu überspielen. Das war neu für mich. Du hast noch nie versucht, deine Gefühle zu verstecken. Du hast mich auch noch nie wegen einem Jungen sitzen gelassen. Und vor allem hast du es noch nie zugelassen, dass man dir wehtut. Und er hat dir wehgetan. Auch wenn du es immer wieder abstrittst. Du hattest immer deinen eigenen Kopf, wusstest immer, was du wolltest, warst die „Stärkere“ in unserer Freundschaft. Er zerstörte dich. Sven zerstörte dich, ich spürte es an dem Tag. Er ließ etwas in dir zerbrechen, das zu dir gehörte. Das machte mir Angst. Ich wusste nicht, was ich machen sollte, was ich tun konnte. Ich hatte Angst, dass ich übertrieb, dass wirklich alles nicht so schlimm war, dass ich es nur falsch verstanden hatte. Tief in mir wusste ich vielleicht, dass das nicht so war, aber ich wollte, dass alles wieder normal wurde, ich wünschte mir, dass alles gut war. Fee, meine beste Freundin, ich tat nichts, was dich von ihm befreite. Aber ich hätte auch nichts tun können. Du hattest dich in ihm festgebissen und ließt nicht mehr los. Du klammertest dich an ihn und machtest, was er wollte. Du warst von ihm abhängig. Nur wusste ich noch nicht, wie sehr. Mit all meiner Liebe, Su Die nächsten Tage versuchte ich mit Fee zu reden, doch sie sprach nicht über Sven. Sie beteuerte nur immer wieder, dass er ihr nicht wehgetan hätte, dass ich sie doch so gut kannte, dass ich wissen müsste, dass sie sich dann wehrte. Ja, eigentlich wusste ich das, aber ich war mir nicht mal mehr sicher, wie gut ich sie kannte. Es gab eine neue Fee, die aus der alten herausbrechen wollte, von ihr Besitz ergreifen wollte, und ich musste das verhindern. Ich wusste nur nicht, wie. Bis jetzt weiß ich nicht, wie ich das hätte verhindern können. Die neue Fee war ein Mäuschen, das keinen eigenen Willen hatte, tat, was man von ihm wollte und niemanden an sich ranließ, der etwas gegen Sven sagte. So viel hatte ich bereits von ihm mitbekommen. Genug um zu wissen, dass ich es nicht mochte. Im Laufe des Aprils fragte ich Fee immer wieder, was mit Sven war. „Du steigerst dich in etwas hinein, das nicht da ist!“, fauchte sie mich eines Tages an. „Wie oft hast du Sven jetzt gesehen? Zwei Mal? Und da meinst du, du kennst ihn? Lass mich doch einfach mal in Ruhe meine Beziehung leben. Er liebt mich! Er würde nie zulassen, dass mir etwas geschieht.“ „Warum guckst du mich nicht an, wenn du so was sagst, Fee? Warum kannst du mir das verdammt noch mal nicht einfach ins Gesicht sagen? Irgendetwas stimmt nicht und ich will wissen, was. Es macht dich kaputt. Und unsere Freundschaft auch.“ „Dann halt dich aus meinen Angelegenheiten heraus!“ zischte sie, und als sie das sagte, schaute sie mich an. Ihre Augen waren zornig, kalt und abweisend. Von dem Tag an merkte ich, wie Fee mir aus dem Weg ging. Wenn wir uns in der Schule sahen, verschwand sie aufs Klo und schloss sich ein; wenn ich versuchte sie anzurufen, drückte sie mich weg und ihre Mutter erzählte mir immer, sie sei nicht da. Was sogar stimmen konnte, denn ich sah sie oft zusammen mit Sven - allerdings immer in seinem Auto. Es war, als würde jemand sie vor mir schützen, und ich war sicher, dass dieser Jemand Sven war. Ich musste mit jemandem darüber reden, doch meine Mutter und ihr afghanischer Liebhaber kamen da nicht in Frage. Immer mehr steigerte ich mich in den Gedanken hinein, dass ich es auch allein schaffen konnte. Ich würde damit fertig werden, nahm ich mir vor. Aber ich schaffte es nicht. Liebe Fee, Sven beschützte dich vor mir, nicht wahr? Du hattest ihm erzählt, was ich von ihm hielt, und jetzt versuchte er uns auseinander zu reißen. Und es sah tatsächlich fast so aus, als würde er es schaffen. Er holte dich von der Schule ab, damit wir nicht zusammen nach Hause gehen konnten, er war ständig in deiner Nähe. Und wenn nicht körperlich, dann gab es dein Handy, das ununterbrochen klingelte. Ich bin nicht dumm, Fee, ich weiß, dass er dich tyrannisierte, auch wenn du noch immer behauptet hast, dass ich mich nur in etwas hineinsteigern würde. Das war nicht so. Du hattest Angst, Sven zu verlieren, wenn dir selbst klar werden würde, dass er nicht gut für dich war. In dieser Zeit verändertest du dich so schrecklich. Es war der schlimmste Sommer meines Lebens. Fühl dich ganz fest in den Arm genommen, Su Ich glaube, einer der schlimmsten Tage dieses Sommers war der 21. Mai. Da fühlte ich mich besonders hilflos, besonders schrecklich, besonders einsam. Aber ich fragte mich auch, wie Fee sich fühlen musste. Wie fühlt sich ein Mensch, der solche Dinge erlebt? Auch wenn ich zu dem Zeitpunkt nicht mal sicher sein konnte, ob Sven ihr wirklich Gewalt antat, sie tatsächlich schlug. Aber die Vermutungen und Indizien begannen sich zu häufen. An diesem 21. Mai, ein Freitag, wenn ich mich richtig erinnere, bin ich in der dritten Stunde, Physik, aufs Klo gegangen. Ich weiß nicht, ob ich es mir jetzt im Nachhinein bloß einbilde, aber ich hatte ein schlechtes Gefühl, als ich die Klinke runterdrückte und die Tür aufstieß. Ich hatte Angst, was mich erwartete, obwohl es doch nur ein Schulklo war! Aber mein Gefühl täuschte mich nicht. Ich sah Fee. Sie stand mitten im Raum, vor den Waschbecken und guckte sich im Spiegel an. Sie schien nicht damit zu rechen, dass jemand reinkommen könnte, denn das schwarze T-Shirt, das sie trug, hatte sie hochgeschoben. Sie blickte auf ihren Oberkörper. Vielleicht war das der Grund, warum sie mein Kommen noch nicht bemerkt hatte. Fast wäre mir lieber gewesen, sie hätte das Oberteil so schnell wie möglich runtergelassen oder wäre einfach nicht da gewesen. Denn das, was ich sah, wollte ich nicht sehen. Blau. Ich sah blau, grün und teilweise auch gelb. Am Rücken, an der Seite, an den Rippen, Fees ganzer Körper war voller blauer Flecken. Es sah einfach nur schrecklich aus. Ich habe noch nie etwas gesehen, das mich so entsetzt hat wie Fees Oberkörper. Ich bewegte mich nicht. Ich konnte nicht. Ich konnte mich weder bewegen, noch sprechen. Ich stand einfach da, in der Tür, betäubt, wie versteinert und guckte auf die Blutergüsse. In dem Moment, in dem ich da stand, kam es mir ewig vor, bis sie mich bemerkte. Wenn ich jetzt noch einmal darüber nachdenke, glaube ich, dass es nur ein paar Sekunden waren. Doch diese Sekunden hatten gereicht, um mir dieses Bild von Fees Körper für immer einzuprägen. Manchmal träume ich davon. „Hau ab.“ Ich zuckte zusammen, als wäre ich von Fee angeschrieen worden. Dabei war ihre Stimme leise und kratzig. Ihr T-Shirt hatte sie mit einem Ruck heruntergezogen. Ich blickte in ihr Gesicht. Die schwarze Schminke war in Striemen darüber gelaufen und ihre Augen glänzten feucht. Sie versuchte, die verlaufene Wimperntusche zu entfernen, hatte allerdings kaum Erfolg. „Hau ab“, sagte sie noch mal. Ich spürte, wie sich mein Magen zusammen zog, wie immer, wenn ich Angst habe. Meine Hände fingen an zu zittern, ich konnte sie kaum noch kontrollieren. „War das Sven?“, fragte ich und deutete auf ihren Bauch. Sie antwortete nicht. Ihre ständige Stille, dieses Abweisende, mit dem sie sich umgab, machte mich rasend. „War das Sven?“, wiederholte ich lauter, fast schreiend. „Lass mich! Geh weg, Su, bitte! Geh einfach weg, bitte, bitte geh!“, flehte sie mich an. Ich hielt es kaum aus, in ihre Augen zu blicken, die sich wieder mit Tränen füllten und dann überschwappten. „Lass mich in Ruhe!“ Sie flüsterte nur. In ihren Augen konnte ich die Wut sehen, die sie gegen mich spürte, aber sie wirkte einfach zu schwach, um mich anzuschreien. „Sag es mir!“ Jetzt schrie ich wirklich. Ich ging zu ihr und schüttelte sie. „Fee! Sag mir, ob das Sven war! Sag es!“ Ich kreischte, merkte, wie die Hysterie die Oberhand bekam. Fee stand vor mir, die Arme vor dem Körper verschränkt, den Kopf eingezogen. „Weißt du eigentlich, wie du aussiehst, Fee? Dein ganzer Körper ist blau! Bitte, wenn du nicht mit mir reden willst, dann geh zu irgendjemandem, der dir helfen kann, geh zur Polizei, zum Psychologen, zu wem auch immer, aber rede mit jemandem!“ Noch während ich das sagte, fiel mir auf, wie dumm das war. Nicht mal ich traute mich, mit jemandem zu reden, wie sollte Fee es dann können?! Ich dachte nicht nach, bevor ich redete. Ich erzählte einfach Dinge, die zu der Situation passten, die ich mal aufgeschnappt hatte, und das, weil ich einfach nicht wusste, was ich sonst sagen sollte. Weil ich überfordert war. „Sag doch mal was!“, schrie ich und meine Stimme schallte von den gekachelten Wänden wider. In entscheidenden Momenten ist die Stimme wertlos, hatte jemand hinter Fee auf die verdreckten Kacheln geschrieben. Ich schüttelte den Kopf und ließ sie los. Ich zitterte immer noch. Trotzig blickte sie mich an. „Ich bin aus meinem Bett gefallen, okay? Letzte Nacht. Lässt du mich jetzt gehen? Wenn du schon nicht verschwindest.“ „Ja, klar!“, rief ich. „Aus dem Bett gefallen! Lass dir doch helfen! Und bleib hier!“ Ich versuchte sie festzuhalten, aber die Tür fiel zu und Fee war verschwunden. Ich stand da und fühlte, wie ich schwächer und schwächer wurde, die Hysterie sich in Mutlosigkeit verwandelte. Ich sank auf den Boden. Ich versuchte mich zu beruhigen, wollte nicht mehr zittern und an nichts mehr denken. Aber das ging nicht. Als ich irgendwann wieder aufstand und in den Spiegel blickte, sah ich, dass ich geweint und es einfach nicht bemerkt hatte. Fee, mein Gott, Fee, so fertig wie an diesem Tag war ich, glaube ich, noch nie. Ich frage mich, ob du sauer auf mich warst, weil ich nichts gemacht habe. Innerlich sauer. Vielleicht hast du gehofft, dass ich alles wieder gut machen kann. Ich konnte das nicht. Ich wollte so gerne Gewissheit. Ich wollte so gerne so naiv sein und dir glauben, dass du aus dem Bett gefallen bist. Aber was hätte dir das geholfen? Ich konnte wenigstens versuchen mit dir zu reden. Ich wusste ja noch nicht, dass es erfolglos sein würde. Nach unserem Treffen auf dem Klo trugst du nur noch lange Klamotten. Pullover, Jeans, Klamotten, die soviel von deinem Körper wie möglich verdeckten. Hatte Sven dir nun auch an Armen und Beinen Verletzungen zugefügt, oder wo waren Röcke und Tops geblieben, die man normalerweise im Sommer trägt? Mein Gott, hatte ich Angst um dich! Aber denk dran, auch wenn ich dich angeschrieen habe, ich habe nie aufgehört, dich lieb zu haben, und werde es auch nie tun. Su So verging die Zeit… Und ich nahm kaum noch etwas wahr. Alles flog einfach so an mir vorbei, die Schule, meine Familie, die Abschlussprüfungen, der ganze Alltag. Nur wenn ich an Fee dachte, sah ich klar. Ich wusste, dass ich ihr helfen musste, weil sie sonst nie wieder aus dem schwarzen Loch herauskommen würde, in dem sie saß. Ich sah Fee nicht mehr oft. Sie ging nur noch selten zur Schule und im Dorf konnte ich weder von ihr, noch von Sven, noch von seinem Auto eine Spur entdecken. Der Gedanke, dass sie versuchte, mich auszublenden, rauszuschieben aus ihrem Leben, machte mich ganz krank. Der Juni ging vorbei, ohne, dass ich auch nur ein Wort mit ihr gewechselt hätte. Ich fühlte mich ganz kaputt, als bestünde ich innerlich aus Glas und sei einfach zerbrochen. Wenn mir Fee doch mal über den Weg lief, erschrak ich immer wieder aufs Neue. Das war nicht die Fee, die ich kannte. Das war ein Wesen, das ich nicht kennen wollte. Ein Wesen mit schwarzen Klamotten, schmalen Schultern, eingefallenen Wangen und Augen, die riesig wirkten. Die Schultern immer hochgezogen, den Kopf ängstlich hin und her zuckend, bewegte es sich fort. Fee hatte immer eine wunderschöne Figur gehabt, schlank und trotzdem weiblich. Jetzt war sie einfach nur mager. Sie sah aus, als würde sie gleich zerbrechen. Es war grauenhaft. Ich weiß noch genau, wie ich eines Abends im Bett lag, mir die dürre, kleine Gestalt im Kopf herumspukte und ich dachte: Ich will sie nie mehr sehen. Ich weiß noch, wie ich vor mir erschrak, mich vor mir ekelte, weil dieser Gedanke so schrecklich war, so egoistisch und so nutzlos. In den Sekunden nach diesem Gedanken fühlte ich mich, als hätte ich sie verraten. Ich machte mir Vorwürfe. Niemandem war geholfen, wenn ich sie nicht mehr sehen würde, am wenigsten Fee. Ich durfte einfach nicht aufgeben, ich durfte sie nicht hängen lassen, ich musste wenigstens versuchen ihr zu helfen. Auch wenn eine Stimme in mir sagte, dass ich das nicht schaffen konnte. Und ich hasste mich dafür, dass ich ihr glaubte. Meine Lieblings – Fee, Ich glaube, niemand kann erraten, wie es dir in dieser Zeit ging. Wenn ich mich schon schrecklich fühlte, wie musste es dir gehen? Wir kamst du damit zurecht? Du hast immer jemanden zum Erzählen gebraucht, wenn es dir schlecht ging, damit deine Gefühle sich nicht in dir“ festfressen“ konnten. Das hast du mir in der sechsten Klasse erklärt und ich nahm mir vor, immer für dich da zu sein. Dieses Versprechen habe ich gebrochen, ausgerechnet dann, als du am meisten jemanden zum Reden brauchtest, als du bestimmt viel zu viele Gefühle in dir hattest, die sich bestimmt alle festgefressen haben. In deiner Seele, tief in dir drin. Immer wieder wollte ich jemandem von dir erzählen, denn dein Leide, riss mich allmählich mit. Ich spürte, dass auch ich schwächer wurde, weniger Energie in mir trug. Was war in dir los, wenn deine Gefühle sich festgefressen haben? Wie hat sich das geäußert? Bitte, verzeih mir, dass ich keine Hilfe für dich geholt habe, Fee. Ich habe es einfach nicht geschafft. Su Anfang Juli beschloss ich, sie zu suchen. Ich wollte mit ihr reden, sie zwingen mit mir zu sprechen, die alte Fee finden. So weit ist es nie gekommen. Aber ich habe Fee gesucht. Stundenlang bin ich durch Kupsal gelaufen, habe überall nach dem dünnen Mädchen gesucht, das sich verloren hatte. Ich glaube, so kann man das ausdrücken. Fee hatte sich verloren. Die Abschlussprüfungen waren vorbei, meine gesamte Schulzeit hier war vorbei. Fee hatte ich seit Tagen nicht gesehen, die letzte Prüfung, Geschichte, hatte sie einfach ausfallen lassen. Ich ging fast täglich zu Fees Haus und fragte nach ihr, aber nie war sie da. Jedes Mal hätte ich fast angefangen zu weinen, wenn ich den freundlichen Blick ihrer Mutter sah, die scheinbar nichts ahnte, und sie sagen hörte: „Nein, Fee ist nicht da. Tut mir Leid, Su. Soll ich ihr was ausrichten?“ Immer der gleiche Spruch. Manchmal fragte sie noch, wie die Prüfungen waren. Warum bemerkte sie nichts? Sie musste es doch bemerkt haben, wenigstens, dass ihre Tochter sich verändert hatte! Aber ihr nettes, faltenloses Gesicht verriet anderes. Als ich eines Tages wieder abgewiesen wurde, konnte ich die Tränen nicht mehr zurückhalten. Ich stürzte aus dem Haus, rannte die Hauptstraße hinunter. Irgendwann wurde ich langsamer. Fee, Fee, Fee, klopfte mein Herz. Ich schluchzte und rang nach Luft. Ich weinte wie ein Baby. Und plötzlich hörte ich eine Stimme hinter mir. „Su“, sagte sie. Ich drehte mich um. Schon war mein Gesicht in einen schwarzen, nach Männerdeo riechenden Pullover gedrückt. Meine Arme umschlangen einen Körper, der nur noch aus Knochen bestand. Ich spürte jede Rippe. Es war ekelhaft. Und trotzdem war ich überglücklich, dass Fee da war. Dass sie da war und mich festhielt. Irgendwo in ihr drin musste wohl doch noch die Fee stecken, die ich kannte, das hilfsbereite Mädchen, das keine Tränen sehen konnte. „Sch…“, machte Fee. „Alles in Ordnung. Es wird alles gut.“ Ich blickte sie an und sie ließ mich abrupt los. Ich konnte auch in ihren Augen Tränen schimmern sehen, wie kleine Diamanten, die in der Sonne funkelten. „Was war denn?“, fragte sie, versuchte aber, meinem Blick auszuweichen. Und auf einmal brach sie auf dem Asphalt zusammen. Sie lag da, zusammengerollt, wie ein Baby und ihr Körper schüttelte sich, so sehr weinte sie. „Fee!“, versuchte ich sie zu beruhigen und kniete mich neben sie. Hilflos strich ich ihr über den Rücken, spürte jeden Wirbel herausstechen, spitz wie ein Nagel. Ich wusste nicht, wie ich sie anfassen sollte, nachdem ich monatelang nicht richtig mit ihr gesprochen habe. Sie zitterte, zuckte und weinte heftiger, als ich je einen Menschen habe weinen sehen. Das Glücksgefühl, das mich durchzogen hatte, als sie mich in den Arm genommen hatte, verschwand augenblicklich. Irgendwann wurde sie ruhiger und setzte sich vor mich, die Knie angezogen. „Su, ich muss dir etwas erzählen“, fing sie an. Ich sah ihr Gesicht an. Guckte es genau an, inspizierte es, hielt jede Veränderung fest. Ihre großen grünen Augen, wirkten trotz der Tränen, die noch immer in ihnen schimmerten, stumpf, ihre Wangenknochen zeichneten sich ungesund ab und um ihren Mund waren dünne Falten, die nach unten zeigten und die ich da noch nie zuvor gesehen hatte. Ich merkte mir jedes Detail, speicherte es wie ein Foto in mir ab und behielt es in meinem Kopf. Ich sah die Haarsträhne, die ihr übers linke Auge fiel, den grauen, verwischten Lidschatten, der nicht ganz richtig aufgetragen wurde. Ich bemerkte, dass die Tränen eine breite Spur durch Make-up und Puder geschlagen hatten. „Du…“, wollte Fee fortfahren, doch plötzlich hörte man einen Schrei, der alle Menschen auf der Straße zusammenfahren ließ. „Du kleine Schlampe!“ Ich sah hoch und hätte auch so gewusst, wer so geschrieen hatte. Sven kam auf uns zu. Mit riesigen Schritten, die Augen zusammengekniffen. Fee atmete zischend ein, sprang auf und trat einen Schritt von mir weg. Ich sah die Angst in ihr. Todesangst. Sven packte sie am Oberarm und zerrte sie an seine Seite. „Was machst du hier? Mit der?“, schrie er Fee an. „Wir haben uns zufällig getroffen“, piepste sie zurück, mit einer Stimme, die ich bei ihr noch nie gehört hatte. „Dann sorg verdammt noch mal dafür, dass das nicht noch mal passiert, alles klar?“, brüllte er und schubste sie so stark von sich weg, dass sie taumelte und beinahe das Gleichgewicht verloren hätte. Ich sah mich um. Die Leute taten, als sähen sie nichts. Von Zivilcourage keine Spur. „Sven, wir können uns treffen, wann wir wollen, du spielst dich zwar so auf, bist aber nicht ihr… ihr Macker, der über sie bestimmen kann!“, versuchte ich Fee zu verteidigen. Er beugte sich zu mir vor. „Du hast hier überhaupt nichts zu melden, kapiert? Du hältst schön deine billige Fresse, sonst muss ich dafür sorgen. Und lass die Finger von meiner Freundin, alles klar?“ Er schlug mir auf die Wange. Nicht zu fest, aber doch so, dass meine Hand reflexartig an mein Gesicht schnellte. Ich wollte noch etwas sagen, irgendwas, etwas, das Fee vielleicht helfen würde, aber Sven riss sie an seine Seite und bog mit ihr in eine Seitengasse ein. „Fee!“, rief ich ihnen noch hinterher, so laut ich konnte. Sie drehte sich noch einmal um, die Augen ängstlich aufgerissen und schüttelte hektisch den Kopf. Ich habe nicht gewusst, dass das das letzte Mal war, dass ich ihr Gesicht sehen würde. Ich weiß nicht, was man zu diesem Tag sagen kann, Fee. Ich habe einen Einblick in Svens und deine Beziehung bekommen, einen tieferen, als mir lieb war. Und ich habe endlich aus deinem Mund die Bestätigung dafür bekommen, dass etwas nicht okay war, dass etwas dir nicht gefiel. Denn dein „Su, ich muss dir was erzählen“ reicht mir aus. Ich war glücklich, dass du mich in den Arm genommen hast, ich war so glücklich wie schon lang nicht mehr. Ich dachte, dass jetzt wieder alles gut werden würde, ich glaubte im Prinzip den Worten, die du benutzt hattest, um mich zu beruhigen. Mir sind so viele Gedanken durch den Kopf geschossen. Sie hat sich von Sven getrennt, Sven will sie nicht mehr, solche Gedanken. Aber keiner davon war der Fall. Sven ist so gewalttätig. Das habe ich gemerkt. Und ich habe gemerkt, dass du gegen ihn keine Chance hast. Ich nahm mir vor, ihn anzuzeigen. Ich hoffte, vor allem dir damit zu helfen. Ich wusste ja noch nicht, was am nächsten Tag geschah. Ich schicke dir tausend Umarmungen, Su Fee! Ich wusste, was passiert war. Ich wusste es, als meine Mutter in mein Zimmer kam und meinte, deine Eltern wären da. Ich wusste es, als ich sie im Flur stehen sah, als ich das fleckige Gesicht deiner Mutter bemerkte. Ich wusste, was los war, wollte es aber nicht hören. Dein Vater sprach es aus. Vor einen Zug gesprungen? Himmel, Fee. Ausgerechnet du, die sich immer über die Leute aufregte, die das taten. Am Anfang konnte ich nicht weinen. Ich konnte nichts. Ich war wie in Trance. Deine Mutter weinte, dein Vater sagte etwas und sie gingen. Arash stand mit mir im Flur. Er hatte es gehört. Ich sah seine Lippen den Namen „Nadine“ formen, hörte ihn aber nicht nach ihr rufen. Meine Mutter muss es gehört haben, auch sie kam in den Flur. Heftig gestikulierend redete Arash auf sie ein. Mein Hörsinn kam zurück. Ich hörte ihn mehrmals Fee – Zug – Selbstmord – Eltern sagen. Meine Mutter schrie auf. Es tat mir in den Ohren weh. Sie kam zu mir und drückte mich fest an sich. Sie umklammerte mich und weinte. Ich hing wie ein Stab in ihren Armen. „Oh Gott! Oh Gott, oh Gott, oh Gott!“, murmelte sie. „Nadine“, sagte Arash. „Lass sie doch erstmal allein.“ Für diese Worte liebte ich ihn. Ich zwang mich ihn anzulächeln und ging in mein Zimmer. Meine beste Freundin war tot. Und es war ein Stück weit auch meine Schuld. Ich hatte gewusst, was los war, und hatte nichts getan. Ich hatte nichts getan. Ich hatte es zugelassen. Den ganzen Tag über blieb ich in meinem Zimmer und blickte an den Himmel. Als die ersten Sterne auftauchten, kamen die Tränen. Warst du da jetzt? Hoch oben bei den Sternen, so, wie wir es uns immer ausgemalt hatten? Ich musste mehr weinen und plötzlich kotzen und ich schaffte es nicht mehr ganz aufs Klo. Ich kniete in meinem Zimmer und übergab mich und zwei Hände hielten meine Haare zurück und strichen mir über den Kopf. „Ich habe auch mal meinen Bruder verloren“, sagte Arash. „Sie ist aber nicht meine Schwester“, würgte ich hervor. „Aber so gut wie, oder nicht?“ Ich nickte. Er machte mein Zimmer wieder sauber und brachte mir einen Tee und setzte sich zu mir aufs Bett. Er sagte, ich solle meiner Mutter nicht vorwerfen, dass sie nicht da sei. Er sagte, sie wisse nicht, was sie tun solle. Fee – Arash ist wirklich ein wundervoller Mensch. Er hat lange mit mir geredet. Er weiß, wie es mir geht. Und weißt du, was er noch gesagt hat? Es sei für Feen üblich zu fliegen. Man müsse sie lassen. Ich vermisse dich so. Das werde ich immer. Aber ich werde dich nie vergessen und immer in meinem Herzen haben. Ich weiß, dass ich dich eines Tages wieder sehe. Su Zwei Tage, nach dem es passierte, lag ein Brief an mich in unserem Briefkasten: Liebste Su, wenn man kurz vor der Hinrichtung steht, darf man seine letzten Worte aufschreiben. Meine letzten Worte sollen an dich gehen, auch wenn ich natürlich nicht hingerichtet werde. Wenn alles so läuft, wie ich es geplant habe, müsste ich jetzt tot sein, wenn du diesen Brief liest. Su – du hattest immer so Recht. Ich wollte mir nicht eingestehen, dass Sven ein mieses Schwein ist. Aber ich liebte ihn so. Er war das Wichtigste für mich. Das Wichtigste, was es geben konnte. Und als er sagte, ich solle mich von dir fernhalten, dann tat ich das. Er mag dich nicht sonderlich. Na ja, das beruht, glaube ich, auf Gegenseitigkeit, oder? Ich war so blind. Ich nahm es hin, dass er mich schlug; mit der Zeit fing ich an zu glauben, dass es richtig war. Wenn ich zu kurze Röcke trug, nannte er mich Schlampe, also trug ich keine kurzen Röcke mehr. Ich lebte ein Leben, wie er es wollte. Ich hatte mich nicht mehr. Ich hatte nur noch jemand anderen. Jemanden, der nicht ich war. Jemanden, den ich nicht wollte. Kein Mensch kann leben, wenn er sein Leben hasst, wenn er sich hasst. Anfangs dachte ich noch, dass ich mich ohne Hilfe wieder finden könnte, was kompletter Mist war. Ich selbst war schon zu weit weg. Ich begann mich zu ritzen, wenn Sven mich beleidigte, wenn er mich schlug, hoffte die Schmerzen in meinem Herz mit körperlichem Schmerz zu übertönen. Es funktionierte nicht, ich kam nur leider auch nicht mehr davon los. Ich magerte ab - ich tat alles, um meinen Körper zu zerstören, den ich anfing zu hassen. Dass er mich als fett bezeichnete, machte die Sache auch nicht leichter. Meine Eltern bemerkten nicht, wie dünn ich war, weil ich, wie du sicher bemerkt hast, obwohl Sommer war, lange Hosen und weite Pullover trug. Ich kiffte, griff ein paar Mal sogar zu härteren Drogen, ich wollte alles vergessen, wollte vergessen, wie weh er mir tat. Su… Du hast immer Recht gehabt. Su… ich habe dich behandelt, wie ein Stück Dreck nur weil ich nicht wahr haben wollte, wie schlecht er war. Du warst die Einzige, die merkte, dass ich mich kaputt machte, mein Leben hinschmiss und ich ging einfach nicht auf dich ein, obwohl ich es auch wusste. In mir drin, versteckt. Ich habe ein Kind abgetrieben, ein Kind von Sven. Ich war so naiv und dachte, dass er sich freuen würde, wenn ich ihm sagte, dass ich schwanger sei. Ich dachte, er würde aufhören mich zu schlagen. Von wegen! Er warf mir vor, nicht richtig verhütet zu haben, und schlug mich so lang, bis ich nur noch weinend auf dem Boden lag. Das Kind war keinesfalls von mir gewünscht, wie er das behauptet hatte. Ich konnte es nicht bekommen, nein, ich durfte es nicht bekommen. Also trieb ich ab. Einige Zeit später stoppten meine Tage plötzlich, ich befürchtete schon, dass ich wieder schwanger sei. Ein Test war negativ. Ich las im Internet, warum sie stoppen konnten. Mangelernährung. Ich war unterernährt. Su, mir tut alles so Leid, ich kann das jetzt nicht mal wieder gut machen. Ich weiß, meine Eltern sind nicht die besten, sonst hätten auch sie bemerkt, was mit mir los war, aber ich werfe ihnen das nicht vor. Wenn sie das tun, sag es ihnen. Es ist ok. Su, ich liebe dich so sehr, weil du mich immer retten wolltest, weil du immer da warst. Wir sehen uns in der Ewigkeit – Fee P.S.: Summer of 69… bitte an meiner Beerdigung. Und bitte trag kein schwarz. Trag das pink gelb geringelte Kleid, das ich dir zum letzten Geburtstag geschenkt habe. Fee, die jetzt von hoch oben auf dich runterschaut – von den Sternen aus. ------------E N D E-------