Der Wunsch von Johannes

Der Wunsch von Johannes

Von: Annelie, Alter: 10

Es war einmal ein Mann der hieß Johannes. Johannes war Künstler, großer Künstler. Er konnte alles bauen von klein bis groß wie ein Elefant. Jeden Tag bekam er tausende von Aufträgen. In seiner riesigen Bauhalle arbeitete er jeden Tag Stunden lang. Doch trotzdem konnte er nicht alle Aufträge annehmen. Johannes war unglaublich reich. Er könnte sich alles kaufen doch er war nicht glücklich. Als er an einem sonnigen Sonntag an einem blau roten Vogel schnitzte, passierte etwas Unmögliches. Als Johannes den fertigen Vogel in sein ebenfalls selbst gebautes Holzregal stellte, wurde der Vogel lebendig. Johannes wich sofort zurück, doch der nun lebendige Vogel ließ sich nicht unterkriegen. Er versuchte immer wieder auf der Schulter von dem geschockten Johannes zu landen. Nachdem Johannes alle seine Kräfte verloren hatte und sich auf das gold geblümte Baumwollsofa fallen ließ, ergriff der Vogel seine Chance. Blitzschnell schwang er sich auf die Sofalehne und fing an zu krächzen: “Hallo ich bin Lürina und ich bin hier um dich zu loben, echt zu loben und um dich zu fragen, warum du traurig bist. Du hast doch alles was du brauchst. "Die Stimme der Vögelin klang erstaunlich schön und gar nicht wie ein Krächzen. Doch Johannes musste sich zusammenreißen. Es bot sich nicht immer die Chance mit einem Holzvogel zu sprechen. Also erfasste er seine einmalige Chance und antwortete: “Ich.....ich....ich möchte mich bei dir bedanken für dein wunderschönes Lob. Doch ich möchte dir erzählen warum ich so traurig bin. Ich habe alles was ich brauche, da hast du recht. Dafür bin ich auch dankbar, doch ich bin einsam, oh so einsam. Ich wünsche mir unfassbar stark eine Frau, die hier mit mir schnitzt und mich liebt und für mich kocht.“ Die Vögelin blickte Johannes ungläubig an doch dann erwiderte sie: “Ich wusste nicht, dass du so denkst. Ich werde dir diesen Wunsch erfüllen.“ Johannes wurde plötzlich ganz aufgeregt und rief beinahe schrill: “Wie willst DU mir diesen Wunsch erfüllen? Antworte doch BITTE!“ Doch die weise Vögelin sagte nur: “Habe Geduld, habe Geduld und folge deinem Herzen, folge ihm!“ Die letzten Sätze flüsterte sie nur noch. Doch dann erschien ein großes Licht und Lürina flog mit nur ein paar Flügelschlägen aus dem Fenster. An diesem Abend lag Johannes noch lange wach. Am nächsten Tag lehnte er alle Aufträge ab. Stattdessen fuhr er an den Emanilischen Fluss. Am Rand des Flusses stand ein gigantischer Kirschbaum. Das war der größte Kirschbaum in ganz Lipnopo! Viele viele Stunden saß Johannes unter dem Baum und dachte über die Wörter von der Vogelfrau nach. Er dachte: “Was meinte der Vogel bloß damit, das ich meinem Herz vertrauen sollte....? Ich kann noch gar nicht glauben das der Vogel lebendig wurde. Was wenn das jetzt immer so ist? Nein, das darf nicht sein...oder?“ Das alles dachte er sich und mit diesem Gedanken ging er langsam nach Hause. Als er auf der Brücke über den Fluss lief, ging die Sonne bereits unter. Er drehte sich noch einmal zum Kirschbaum um und da erblickte er etwas. Die Kirschbaumkrone bildete ein wunderbares Geschöpf. Johannes konnte seinen Blick gar nicht mehr abwenden. Und dann passierte es! Aus dem Himmel kam wieder dieses helle Licht doch diesmal kam noch eine Frau dazu. Sie sah so aus wie eine Königin. Sie hatte eine rosane Krone und ein weiß glänzendes Gewand am Körper. Nun fing sie auch noch an zu sprechen! Und sie sprach: “Hallo, ich bin die Königin der Liebe und des Guten. Du arbeitest so hart und dafür möchte ich dir deinen größten Wunsch erfüllen...“ Schnell sagte Johannes: “Mein größter Wunsch ist....“ Doch die Königin unterbrach ihn: “Ich kenne deinen Wunsch bereits und nun wenn du dich einmal umdrehst, siehst du es.“ Natürlich drehte sich Johannes sofort um. Da stand sie. Da stand das Geschöpf was er vorher nur in der Krone des Kirschbaumes gesehen hatte. Das war die schönste Frau die Johannes jemals gesehen hatte. Sie hatte braune lange und gelockte Haare und ein wedelndes weißes Kleid, das mit kleinen Kristallsprenkeln übersät war. Die Königin sagte: “Das ist Norania, sie wohnt nun bei dir!“ Auf einmal verschwand das Licht und somit auch die Königin. Norania und Johannes lächelten sich an und unterhielten sich noch den ganzen Abend. Bald darauf heirateten die beiden und lebten glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage.