März 2017

Ich hab noch nie Schnee gesehen


Es war einmal ein Eichhörnchen, das machte einen Winterschlaf. Plötzlich klopfte es an der Tür seiner Baumhöhle unter der Wurzel von der großen Eiche. Das Eichhörnchen wachte auf und ging müde zur Tür. Vor der Tür stand sein Freund der Igel und sagte:" Mein Freund, ich mache dieses Jahr keinen Winterschlaf,...ich möchte endlich mal den Schnee sehen. Ich habe noch nie Schnee gesehen. Willst du mir helfen den Schnee zu suchen? Das Eichhörnchen rieb sich die Augen und blinzelte erfreut: "Gute Idee, Igel...Ich hab auch noch nie den Schnee gesehen, alle erzählen davon, aber wir sehen den Schnee nie. Ich komme mit".
Gesagt getan gingen beide Freunde los, um den Schnee zu suchen. Sie liefen einen ganzen Tag suchend über ihre riesige Wiese bis zum Waldrand. Da blieben sie stehen und schauten sich an. "Wir waren noch nie hier im tiefen Wald", sagte der Igel. "Hast du Angst?", fragte das Eichhörnchen den Igel." Nein, aber der große Bär wohnt hier, und der brüllt immer so laut". "Wenn wir ihn aber freundlich darum bitten uns zu helfen, brüllt er bestimmt nicht", sagte das Eichhörnchen. Also gingen die zwei Freunde fröhlich aber trotzdem ein bisschen ängstlich in den Wald. Da gab es viele andere Tiere, die sie noch nie gesehen haben. Irgendwann kamen sie auch an der Höhle vom Bären an. Sie hörten aus der dunklen Höhle ein tiefes Schnarchen. Erst trauten die zwei Freunde sich nicht in die Höhle, aber sie wollten den Bären ja was fragen und langsam schritten sie in das dunkle Loch. Irgendwann stießen sie an eine Wand die ganz weich war und warm. Sie waren bei dem Bären angekommen. Langsam gingen sie an die Schnauze von dem Bären und zupften an seiner Nase. Der Bär schlug seine Augen auf und schaute erstmal komisch auf die zwei kleinen Ruhestörer und brüllte: "Was wollt ihr den hier? Ihr solltet doch schon längst Winterschlaf halten!" "Entschuldigung Bär, wir haben noch nie Schnee gesehen, kannst du uns sagen, wo wir welchen finden? Der Bär drehte sich um und sagte: "Geht aus der Höhle raus, rechts zweimal um die alte Tanne, einen Tag lang gerade aus, und dann schaut auf den Boden unter dem kleinen Felsen.......da liegt euer Schnee", drehte sich rum und schlief weiter. Die zwei Freunde sahen sich an, zuckten mit der Schulter und gingen wieder raus. Nachdem sie aus der Höhle gegangen waren und schon etwas weiter weg waren, hörten sie hinter sich den Bären rufen: "Wartet mal, ich hab auch noch nie Schnee gesehen, aber ich weiß ehrlich nicht, wo wir Schnee finden können." Die Zwei schauten sich an, als der Bär vor ihnen stand und fanden, sie sollten doch jetzt zu dritt die Suche fortsetzen. Also liefen sie weiter den kleinen Pfad entlang und fragten allerlei Tiere nach dem Weg zum Schnee. Aber keiner sagte, wo der Schnee ist. Unterwegs machten sie Rast auf einem Baumstumpf, aßen etwas und erzählten sich lustige Geschichten. Da kam eine kleine Haselmaus unter dem Stumpf hervor und beschwerte sich über den Lärm, den die drei Freunde machten. Das sagte der Bär: "Tut uns leid, Haselmaus, aber wir sind auf der Suche nach Schnee, wir haben noch nie einen gesehen". Die Haselmaus schaute jeden an und sagte dann: "Ich hab auch noch nie Schnee gesehen, und jetzt bin ich auch neugierig, wie Schnee aussieht. Darf ich mit euch gehen?" "Jeder, der mit uns kommt, um Schnee zu suchen, ist willkommen", sagte der Igel.
So gingen die vier Freunde weiter, um den Schnee zu suchen. Tagelang liefen sie umher und fragten jeden den sie sahen nach dem Schnee. Die vier Freunde liefen weiter und weiter, aber der Schnee war nirgends zu sehen. So langsam mochten sie auch nicht mehr weiterlaufen. "Mir tun meine Beine weh vom vielen Laufen" ,sagte das Eichhörnchen. " Mir mein Rücken", sagte der Bär. Also setzten sich die vier Freunde hin und wollten eine Pause machen. "Ich glaube, es gibt gar keinen Schnee", sagte die Haselmaus betrübt. "Ja", sagte der Igel, so langsam glaube ich auch nicht mehr dran". " Ich will nach Hause", klagten der Bär und das Eichhörnchen. Also wollten sie sich wieder auf den Weg zurück machen, als eine Eule vor ihnen landete und lachte: "Hahaha ...Schnee wollt ihr suchen...hahaha...Schnee....!" Die vier Freunde schauten sich verdutzt an: "Ja, suchen wir, aber warum lachst du?" " Weil man Schnee nicht finden kann, er kommt von ganz allein, ganz leise und leicht. Ihr müsst nur Geduld haben. So, wie es aussieht am Himmel, könnte heute Nacht der erste Schnee fallen", sagte sie und flog weiter. Die vier Freunde schauten sich freudig an, setzten sich hin und warteten und warteten und warteten...., aber es kam kein Schnee vom Himmel. Langsam fielen den vier Freunden die Augen zu und bald schliefen alle tief und fest. Irgend wann blinzelte die Haselmaus, weil immer etwas Weiches auf ihre kleine Nase fiel. Plötzlich machte sie die Augen auf und schrie: "Bär, Igel, Eichhörnchen, wacht auf, wacht auf......der Schnee...der Schnee....der Schnee!" Alle waren hellwach und schauten ungläubig in den Himmel: Es fielen ein paar kleine Schneeflocken langsam herab, und es wurden immer mehr. Der Bär machte seine Mund weit auf und ließ viele Schneeflocken auf seine Zunge schweben. "Schnee", rief der Bär,...so sieht also Schnee aus." Der Igel und das Eichhörnchen umarmten sich und tanzten umher. Nur die kleine Haselmaus konnte nichts mehr sagen. Sie verschwand unter einer Schneedecke und stammelte: "Hilfe, ich versinke im Schnee!" Der Bär pustete sie wieder frei und hob sie hoch. Die vier Freunde schauten zum Himmel und auf die fallenden Flocken und freuten sich, endlich Schnee gesehen zu haben. Bevor sie sich wieder auf den Rückweg machten, bauten sie noch einen Schneemann, und jeder von ihnen ließ einen Tatzenabdruck auf dem Bauch vom Schneemann zurück. So gingen die vier Freunde nach Hause und erzählten jedem, dass sie Schnee gesehen haben.


Anna-Lea,7 Jahre Autor/in aus Ludwigsburg/August Lämmle Grundschule-Ludwigsburg-Ossweil




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