Januar 2017

Der Eislaufwettbewerb


Es war ein verschneiter Wintermorgen, als Jenny gerade aufwachte. Sie schaute auf ihre Uhr und sah, dass es schon 8:55 Uhr war! Zum Glück war ja Wochenende. „Oh heute ist ja der Eislaufwettbewerb!”, rief Jenny aufgeregt, als sie den eingekreisten Schlittschuh auf ihrem Kalender sah. Sie riss ihren Kleiderschrank auf und nahm ein wunderschönes, blaues Kleid heraus. Es hatte einen Umhang, der mit Schneeflocken verziert war, und es hatte auch ein paar Diamanten (unechte) an den Ärmeln. Mit 10 Jahren war sie eigentlich noch zu jung für den Wettbewerb, denn man durfte erst ab 12 teilnehmen! Aber die Juroren haben es ihr trotzdem erlaubt. Noch im Schafanzug ging sie in die Küche und nahm sich ein Brötchen und Marmelade. Nach dem Frühstück zog sie gleich das Kleid und ein kleines Plastikkrönchen an. Jenny nahm sich noch schnell ihre Schlittschuhe und eine Flasche Wasser, packte sie in ihren Rucksack und lief hinaus. Nach ca. 10 Minuten kam sie am zugefrorenen See an. Sie wollte noch ein letztes Mal trainieren. „Also los gehts!”, sprach sie zu sich selbst, als sie vorsichtig einen Fuß auf das Eis setzte. Schon nach wenigen Sekunden glitt Jenny über das Eis wie eine Eisprinzessin. Da kam plötzlich ein kleines Mädchen mit ihrer Mutter vorbei, es waren Jennys Nachbarn. Das Mädchen hieß Annika und fragte ihre Mutter: „Hey, Mami!Können wir Jenny zugucken?” Ihre Mutter antwortete: „Klar doch!” Also setzten sich die zwei auf die Bank neben dem See und sahen Jenny zu. Da bemerkte sie Annika und ihre Mutter, Andrea. Direkt vor ihnen hielt Jenny an und fragte: „Oh, hallo Annika, hallo Andrea! Wollt ihr mir etwa beim Training zuschauen?” Annika nickte. „Ok, dann passt mal auf!”, erklärte Jenny. Sie glitt wieder auf's Eis und nahm ganz viel Anlauf. Dann schoss sie in die Luft und drehte sich einmal um ihre eigene Achse. Nach weniger als 3 Sekunden landete sie wieder mit einem Fuß sicher auf dem Eis. Annika klatschte, jubelte und schrie: „Ja, bravo Jenny! BRAVO!!!” Jenny sprach etwas verlegen: „Danke.” Dann erwiderte Andrea: „Komm Schatz, wir wollten doch eigentlich in die Bücherrei!” „Aber...aber...”, erwiderte Annika. Doch sie mussten wieder gehen. „Tschüss Jenny!”, rief Annika Jenny zu, als sie ging. Jenny rief ihr ebenfalls hinterher: „Tschüss Annika!” Dann trainierte sie weiter. Plötzlich hörte Jenny die Kirchturmuhr 12 schlagen. „Oh,”rief sie, „schon so spät? Ich muss nach Hause!” Sie glitt schnell über das Eis, zu ihrem Rucksack, der neben der Bank stand. Sie setzte sich und zog ihre Schlittschuhe aus. Jenny packte sie, ihre nur noch halbvolle Wasserflasche und das Plastikkrönchen in den Rucksack, setzte sich ihn auf die Schultern und lief die 10 Minutenstrecke zurück nach Hause. Dann war es endlich so weit, 16:00 Uhr! In einer halben Stunde begann der Eislaufwettbewerb. Nun fuhren Jenny, ihre Mutter und ihr Vater zur Eishalle. Dort angekommen zog Jenny wieder ihr Krönchen, das Kleid und ihre Schlitschuhe an. Der Boden der Halle war so angefertigt, dass man auch mit den scharfen, dünnen Kufen der Schlitschuhe darauf laufen konnte. „So, das war Krissy Glämerglos, und nun unsere letzte Teilnehmerin, Jenny Maier!”, kündigte der Ansager an. Jennys Mutter machte ihr noch Mut und sprach: „Also Jenny, du weißt, auch wenn du nicht den ersten Platz belegst, wir sind immer stolz auf dich!” Jenny nickte verständnisvoll und setzte langsam einen Fuß auf das Eis. „Also gut,” sprach sie zu sich selbst, „du schaffst das Jenny!” Nun glitt sie nervös auf's Eis. Jenny fing mit einer Pirouette an. Dann kam der Sprung, als der Eistanz fast beendet war, und sie musste noch die Schlusspiruette machen, den Trick, den sie Annika gezeigt hatte. Sie nahm Anlauf und im nächsten Moment sprang sie hoch in die Luft und drehte sich um ihre eigene Achse. Kurze Zeit später landete sie sicher auf dem Eis. Anschließend fuhr sie vom Eis herunter und der Ansager verkündigte: „Die Juri hat entschieden, und der Gewinner ist...” Jenny drückte sich selbst die Daumen. Der Ansager setzte fort:„ Jenny Maier, herzlichen Glückwunsch!” Als er das gesagt hatte, strahlte Jenny bis über beide Ohren. Ein Mann kam mit einer Goldmedaille auf Jenny zu und legte sie ihr um. „Du warst toll Schatz!”, lobte ihre Mutter sie. So hatte sich das viele und harte Training ausgezahlt! An diesem Tag war Jenny die glücklichste Person auf der Welt!

~ENDE~



Svenja,9 Jahre svenja.mueller-hofweier




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